Google kauft Nest Labs für 3,2 Milliarden Dollar

5. März 2014, 07:53

3,2 Milliarden Dollar lässt sich der Internet-Konzern Google den Hersteller intelligenter Heizungsregler und Rauchmelder Nest Labs kosten und löst damit auch hierzulande eine Welle unterschiedlicher Reaktionen aus. Während die einen den Google-Einstieg als Startsignal für den Siegeszug des Smart Home feiern, sehen andere einmal mehr den Schutz privater Daten gefährdet.

Ähnlich wie Smart Meter lassen die Daten aus den vernetzten Nest-Thermostaten und -Rauchmeldern Rückschlüsse auf den privaten Lebensbereich zu. Bisher hat Nest-Mitgründer Tony Fadell stets betont, dass seine Firma die gewonnenen Kundendaten lediglich für die Verbesserung seiner Produkte nutze. Die Übernahme durch Google nährt Spekulationen wonach sich das künftig ändern könnte, obwohl der Konzern versichert, die Datenschutzrichtlinie von Nest werde sich nicht ändern. Fadell soll Nest weiter als eigenständige Marke führen.

Noch in diesem Jahr sollen die Thermostate und Rauchmelder des Newcomers auf dem europäischen Markt Einzug halten. Der Regler wird in einem Raum an der Wand montiert und dient von dort zur Steuerung der zentralen Heizung.

Das Gerät ist mit zahlreichen Sensoren vollgestopft und selbstlernend. Eine Woche lang müssen die Hausbewohner das Gerät manuell bedienen, danach hat es sich die jeweiligen Gewohnheiten eingeprägt und arbeitet komplett selbstständig. Der Regler weiß dann, zu welcher Zeit welche Temperatur eingestellt werden muss. Ein Bewegungsmelder informiert den Thermostat, wenn die Bewohner das Haus verlassen. Registriert er nach zwei Stunden keine Bewegung mehr in den Räumen, fährt er die Heizung oder Klimaanlage automatisch herunter.

Nest lernt – gibt man mehrmals nacheinander einen neuen Befehl ein, übernimmt er den neuen Tagesablauf schon nach kurzer Zeit. Mithilfe eines W-Lan-Zugangs lässt sich die Heizung auch per Computer oder aus der Ferne per Smartphone-App bedienen. Der Nest-Thermostat kostet etwa 250 Dollar. Diese Kosten amortisieren sich laut Hersteller nach etwa zwei Jahren.

Der Rauchmelder von Nest zeichnet sich dadurch aus, dass statt eines nervtötenden Signaltons eine menschliche Stimme ertönt, wenn die Rauch- und Kohlenmonoxidwerte in einem Raum ansteigen. Sie teilt nicht nur die Art des Problems mit, sondern auch, welcher Raum betroffen ist. Auch die Rauchmelder sind vernetzt, bei Abwesenheit wird eine Mitteilung an das Smartphone eines Bewohners geschickt inklusive Verbindungmöglichkeit zu einer hinterlegten Kontaktperson. Quelle: EnBauSa.de

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