Smart Home aus einer Hand – alles machbar?

10. März 2014, 16:21
Eingang der Smart-IFA

Ein gemeinsamer Standard der Hersteller könnte sich für die Verbraucher vorteilhaft auswirken. © P. Grund-Ludwig

Schaut man sich auf Messen wie IFA oder Cebit um, hat man den Eindruck, dass Smart-Home-Lösungen aus einer Hand schon Alltag sind. Solaranlagen, Heizung, Beleuchtung – alles wird in den Szenarien von Herstellern und Konsortien von einer Plattform aus angesteuert. Doch in der Realität ist man davon immer noch weit entfernt. Es tut sich zwar viel, aber die Ansätze sind immer noch sehr unterschiedlich. Eine der spannenden Fragen ist die, wie sich die Vielfalt von Geräten überhaupt unter einen Hut bringen lässt. Eine Idee sind Lösungen, die mit so genannter Middleware arbeiten.

Diese Middleware ist so eine Art Universalanschluss für alle möglichen bereits existierenden Standards. Einer der Akteure ist die EEBus-Initiative, ein Verein, in dem 40 Unternehmen, darunter vor allem Hersteller von Hausgeräten, aber auch Energieversorger wie E.On und EnBW zusammenarbeiten.

Als bislang einzige verfolgt die Initiative einen europäischen Ansatz. Stärker als den anderen Verbünden geht es der EEBus-Initiative nicht nur um das Thema Energiesparen, Hausautomation und Ansteuern von Geräten, sondern um Energiemanagement. Christoph Knöll vom VDE hält das für entscheidend: „Wir gehen davon aus, dass der Durchbruch für Smart Homes nicht in erster Linie über das Argument des höheren Komforts, sondern als Kostenfaktor über das Thema Energiemanagement kommen wird.“

Würde sich wirklich ein Standard etablieren, hätte das für die Anwender einen enormen Vorteil: Sie könnten dann Produkte beliebiger Hersteller verwenden, wenn diese sich an den Standard halten.

RWE verfolgt ein anderes Konzept. Das Unternehmen beobachtet die Aktivitäten der EEBus-Initiative, beteiligt sich daran jedoch bislang nicht. Es ist proprietär, soll jedoch im Rahmen einer Partnerallianz offengelegt werden. „Unser Protokoll setzt auf Applikations-Layer-Ebene an. Mit dem generischen Ansatz sollen sich die Geräte selbst definieren per XML. Damit kann die Plattform Geräte einbinden, ohne diese vorher zu kennen“, sagt Bereichsleiter Holger Wellner. Dazu nutzt RWE Internet-Standards wie XML. XML beschreibt Daten. Geräte könnten sich damit selbst definieren, etwa als Wärmepumpe oder Wechselrichter mit bestimmten Eigenschaften. Diese können dann mit ihren Funktionen in die Plattform eingebunden werden, ohne dass sie einzeln angemeldet werden müssen. Das wird aber nur mit den Unternehmen der Partnerallianz funktionieren. „Wir binden heute schon Gateways direkt über Ethernet von unterschiedlichen Herstellern wie zum Beispiel Miele in unser System ein. Das werden wir ausbauen. Hier ist es notwendig, weitere offene APIs festzulegen, um den Markt voranzubringen“, so Wellner weiter.

Auf Allianzen mit Partnerunternehmen aus der Hausvernetzung setzt auch die Plattform Qivicon der Deutschen Telekom. Quelle: EnBauSa.de

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